Eindruckswirkung der Schrift „Bucher Academia“

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Entwurf Interaktiver Systeme“ an
der Fachhochschule Vorarlberg erfolgte eine Untersuchung über die Eindruckswirkung unterschiedlicher Schriften bei Kindern und älteren Personen. Die Bucher Academia – von Günter Bucher als Kinderschrift konzipiert und gestaltet – war eine der ausgewählten Schriften dieser Studie.

Neben den Schriften Helvetica, Bodoni, Courier und Corpid wurde die Anmutung der Bucher Academia bei Kindern zwischen 10 und 14 Jahren untersucht und festgestellt, dass diese bei den jungen Probanden sehr positive Wirkung erzielt: Die Kinderschrift wirkt am wenigsten mächtig und am aktivsten, undeutlich aber heiter und hell. Undeutlich muss aber nicht schlecht lesbar bedeuten, es kann auch das Ungewohnte zum Ausdruck bringen. Denn neben der Erkennbarkeit, der Leserlichkeit sowie der
Lesbarkeit ist bei Schriften auch deren Wirkung von besonderer Bedeutung.

Die Kinderschrift Bucher Academia wirkt auf die Kinder v.a. fügsam,
zart und weich. Sie flimmert für Kinder signifikant weniger und wirkt
deutlich heller und schöner. Die Formgebung der Einzelzeichen sind
zudem klar unterscheidbar und lösen die Probleme der in Kinderbüchern häufig anzutreffenden Schrifttypen, denn die meisten Kinder müssen beim Lesen zuerst den Buchstaben identifizieren und bilden danach das Wort (Krause, 2013, S. 80f).

Die Intention von Günter Bucher, keine für Kinder langweilig, öd wirkende Schrift zu entwickeln, wird mit der heiteren, lebhaften, hellen, erregenden und dennoch zarten und weichen Schrift Bucher Academia offensichtlich erreicht.

Die detaillierten Ergebnisse dieser Untersuchung sind in der Publikation „design2product – Beiträge zur empirischen Designforschung, Band 4“ 
anschaulich illustriert. 

design2product
Beiträge zur empirischen 
Designforschung, Band 4
Hrsg. Guido Kempter, Horst O. Mayer
und Karl-Heinz Weidmann
Bestellung über den Verlag

Schrift

Zeichensätze



Studie